Samstag, 2. Mai 2015

Zum Leben begnadigt

Gnade.
Ich denke diesen Begriff kann man erst wirklich erfassen, wenn man selbst einmal begnadigt worden ist.
Natürlich hat das jeder schon mal erlebt. Wenn man als Kind etwas ausgefressen hat und die Mama oder der Papa statt eine Strafe zu verhängen gesagt haben: "Ist in Ordnung. Mach es aber nicht noch einmal". Puh, noch Mal Glück gehabt...
Das Gleiche ist den meisten wohl schon mal bei guten Freunden, auf der Arbeitsstelle oder sonst irgendwo im Leben passiert.
Erinnern Sie sich wie gut es getan hat und wie befreit man sich danach gefühlt hat. Eine neue Chance! Mir ist vergeben worden.

Mir selbst ist auch schon einmal so gegangen. Vor vielen Jahren habe ich mal wirklich Mist gebaut. Ich saß in Untersuchungshaft und mich erwartete eine Mindesthaftstrafe von fünf Jahren. Das Strafgesetzbuch ließ keine andere Möglichkeit zu.
Vor Gericht habe ich dann wahrheitsgemäß geschildert wie es zu der Tat gekommen war und die Richterin ließ sich erweichen. Statt mich wegen meines tatsächlichen Vergehens für viele Jahre ins Gefängnis zu schicken, wandte sie einen juristischen Winkelzug an und verurteilte mich zu einer Strafe wegen vorsätzlichen Vollrauschs, unter dem ich meine Tat begangen hatte. Das Ergebnis war dass ich eine Bewährungsstrafe bekam und nach der Verhandlung das Gefängnis verlassen konnte. Ich war begnadigt.
Einige Jahre später in meinem Leben wurde ich noch einmal begnadigt. Diesmal aber von einem Richter der wesentlich mehr Macht hat und der in der Lage ist, viel härtere Strafen zu verhängen.
Dieser Richter war Gott.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum Gott einen begnadigen soll. So schlimm ist man doch gar nicht. Zumindest habe ich damals so gedacht, als mir ein Christ von der Notwendigkeit einer solchen Begnadigung erzählte.
Ich war im großen und ganzen ein netter Mensch. Wenn ich jemanden in Not sah und ich helfen konnte half ich und auch mit dem Strafgesetzbuch hatte ich keine Probleme mehr. Mit meinen Mitmenschen ging ich in weiten Teilen vernünftig um und ich tat auch sonst eigentlich alles, was die Gesellschaft unter einem ordentlichen Leben versteht. Also warum sollte Gott da anderer Meinung sein? Ich verstand das nicht.

Um dies zu begreifen, muss man buchstäblich bei Adam und Eva beginnen. Und man muss wissen wie Gott ist.
Ich beginne mal bei den ersten Beiden. Adam und Eva wurden im Paradies von der Schlange verführt etwas zu tun, dass Gott verboten hatte. Was ist schon dabei eine Frucht zu essen. Außerdem hatte die Schlange ja gesagt, dass wäre in Ordnung und Gott solle sich mal nicht so haben...
Doch Gott sah dies anders und vertrieb Adam und Eva aus dem Garten Eden und sie mussten in der Zukunft unter den Folgen ihrer Sünde leben. Das ging schon damit los, dass eines ihrer Kinder den Bruder erschlagen hat. Die Sünde war in der Welt, griff immer weiter um sich und wurde von Geschlecht zu Geschlecht immer weiter vererbt. Das sich der Siegeszug(?) der Sünde bis in unsere heutige Zeit fortgesetzt hat, braucht man eigentlich nicht weiter auszuführen.
Warum hat Gott hier so hart reagiert und nicht mal ein Auge zugedrückt?

Hier muss man verstehen, wie Gott ist.
Gott ist so heilig, dass bedeutet absolut fern jeder Sünde, dass es ein sündiger Mensch in seiner Nähe nicht aushalten würde. Man würde sterben. Dies hat er auf jeden Fall zu Mose gesagt, als dieser ihn sehen wollte. Ihm wurde lediglich gestattet von hinten einen Blick auf Gott zu werfen. Das hat Mose so erschreckt, dass er zitterte und bebte.
Hinzu kommt der Umstand, dass Gott in seiner Nähe keine Sünde dulden kann. Auch nicht die kleinste. Ohne Wenn und Aber!

Allerdings gab er die Menschen nicht völlig auf. Seine Schöpfung muss ihm trotz allem gefallen haben.
Also ließ er sie erst Mal eine Weile machen und sah dann, dass es absolut keinen Sinn hatte. Die Menschen waren damals schon so schlimm, wie wir heute. Krieg, Mord und Totschlag an jeder Ecke. Außerdem Ausschweifungen und Perversitäten, dass einem schlecht wird.
Da dachte Gott sich wahrscheinlich: "OK. So geht dass nicht weiter. Ich mache dem ein Ende".

Dann kam die Sintflut die insgesamt nur acht Personen überlebten. So ganz hatte Gott die Menschen also immer noch nicht aufgegeben...
Allerdings gaben die Menschen Gott auf, denn sie machten weiter, als wenn nichts geschehen wäre. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Schon Noah hatte sich eines Tages so betrunken, dass er nackt in seinem Zelt herumlag und so von seinem Sohn gesehen wurde. Damals ein ziemlicher Tabubruch.

Um die Menschen mal wieder zur Ordnung zu rufen, gab es eine exemplarische Strafe an den Städten Sodom und Gomorra. In der ganzen Gegend gab es nur noch einen Menschen, der halbwegs nach Gottes Normen lebte. Der war Lot. Die Leute von Sodom wollten sich sogar über die Engel hermachen, die gekommen waren um Lot zu retten. Und hermachen ist laut Bibel sexuell gemeint gewesen. Noch heute gebrauchen wir das Wort Sodomie, für abartigste Praktiken.
Aber es nützte alles nichts. Es wurde gelogen, betrogen und es gab sogar Inzucht, wie man am Beispiel von Lot und seinen Töchtern sehen kann. Auch Mord, Totschlag und Kriege gab es damals wie heute. Dies waren jetzt nur einige wenige Beispiele aus dem Portfolio an menschlichen Schlechtigkeiten.

Da dachte Gott sich wahrscheinlich, die Leute wissen gar nicht was sie falsch machen, also will ich es ihnen erklären. Dann gab er Mose zuerst die zehn Gebote und dann das Gesetz des Bundes zwischen den Menschen und Gott. Da er die Menschen inzwischen hinlänglich kannte, wusste er natürlich, dass diese das Gesetz sowieso nicht einhalten werden. Es gab zwar immer wieder Bemühungen dies ernsthaft zu tun, aber diese scheiterten grundsätzlich. Also wurden im Gesetz gleich Regelungen getroffen was zu geschehen hatte, wenn ein Mensch gegen die Gebote verstößt.

Normaler Weise musste ein Mensch sterben, wenn er bestimmte Regeln gebrochen hatte. Dies hätte aber mit Sicherheit zu einer ziemlich schnellen Ausrottung der menschlichen Rasse geführt. Also blieb die Todesstrafe auf wenige Delikte beschränkt.
Allerdings wollte Gott den Menschen immer wieder vor Augen führen, das der Lohn der Sünde der Tod ist. Wenn nicht das Blut des Menschen fließen sollte, mussten Tiere getötet werden.
Dies war der Punkt wo die Opfer eingeführt wurden.
Dem Menschen wurde also bei jeder Opferung klar gemacht, dass ein unschuldiges Wesen einen Stellvertretertod an seiner statt sterben musste.
Dabei war Gott nie ein großer Freund dieses Gemetzels. Immer wieder hat er den Menschen versucht klar zu machen, dass er die Opfer eigentlich gar nicht will und dass die Menschen lieber seine Gebote halten sollen. Aber wie wir Menschen nun mal sind...
Diese Vorgehensweise hielt sich einige Jahrhunderte lang und viel geholfen hat es nicht.
Folglich musste eine andere Lösung her.
Gott wollte von Anfang an, seit der Zeit von Adam und Eva, dass die Menschen in Gemeinschaft mit ihm leben. Nur war dies wegen unseres ewigen Sündigens nicht möglich.

Da lag der Schluss nahe, statt immer wieder sinnlose Tieropfer zu bringen, nur ein einziges Mal ein perfektes Opfer für alle Zeiten und für alle Menschen zu finden. Und da Gott uns Menschen trotz aller unserer Schlechtigkeiten noch immer über alle Maßen liebte, nahm er dazu seinen Sohn.
Moment! Seinen Sohn? Ja, richtig gehört. Seinen Sohn.
Dieser sollte einmalig den Zorn Gottes erleiden, den eigentlich wir Menschen verdient hatten.

Dies war der Zeitpunkt als Jesus in Bethlehem auf die Welt kam. Der Sohn Gottes, also seiner Natur nach göttlich, in Menschengestalt.
Der irdische Jesus war der einzige Mensch in der gesamten Menschheitsgeschichte, der nicht gesündigt hat. Kein einziges Mal.
Nun kann man natürlich sagen, als Gott sollte ihm das ja schließlich nicht so schwer gefallen sein. Doch Jesus war auch ganz Mensch. Mit allen unseren Schwächen. Er kannte Hunger, Bedrängnis, Trauer und er wurde wie wir auch, vom Teufel versucht. Er ließ sich zu keiner Sünde hinreißen, während wir Menschen dem Gegenspieler ständig auf den Leim gehen. Hört sich jetzt niedlich an, hat in der Regel aber immer katastrophale Folgen. Im wahrsten Wortsinn.

In seinem Leben lehrte Jesus uns Menschen, was Gott genau von uns will. Er präzisierte sozusagen die Gebote aus früherer Zeit und verschärfte sie zum Teil sogar noch. Auch sprach er sich gegen Heuchelei in Bezug auf Gott aus. Scheinheilige Menschen gab es damals wie heute. Besonders unter den Gläubigen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Wer genaueres dazu wissen möchte, kann sich ja mal die ersten vier Bücher des Neuen Testaments durchlesen. Wirklich guter Stoff (Lesestoff). Geht übrigens hier auch online.

Am Ende seines irdischen Lebens kam es dann zu dem bereits erwähnten perfekten Opfer. Jesus wurde gefangen genommen (übrigens von Leuten die glaubten Gott damit einen Gefallen zu tun), verhöhnt, geschlagen und halb zu Tode gepeitscht. Anschließend schlugen ihn die Römer ans Kreuz.
Nun habe ich mich zumindest früher immer gefragt, was das denn mit mir zu tun hätte. Da wird jemand ans Kreuz geschlagen für meine Sünden? Klingt ziemlich weit hergeholt.

Nun muss man wissen, dass die absolute Strafe für uns Menschen nach unserem irdischen Tod, die ewige Gottesferne ist. Die Hölle wie sie uns die Kirche über Jahrhunderte ausgemalt hat, gibt es in der Form nicht. Also keinen Ort der vom Teufel regiert wird und an dem Dämonen die verstorbenen Menschen quälen. In der Bibel ist die Rede von einem Feuersee und in dem landen am Ende der Zeiten, sowohl unerrettete Menschen als auch der Teufel mit seinem Gefolge. Also nichts mit Boss in der Hölle.
Das schlimmste an diesem Ort ist aber das absolute Fehlen von Gottes Gegenwart. Man findet dies auch in vielen Redewendungen wie gottverlassener Ort etc.

Die Gegenwart Gottes durchdringt die gesamte Schöpfung. Jeder der mit offenen Augen durchs Leben geht, kann dies feststellen. Ich entdecke Gott zum Beispiel immer wieder in der Natur. Oder neulich als ich einen Neugeborenen sah. Das Wunder des Lebens...
Allerdings kommt ein Tag, an dem die uns bekannte Erde und der Himmel vergehen werden. Und dann folgt das Gericht.
Da wir Menschen es ja absolut nicht sein lassen können zu sündigen, würden wir in totaler Gottverlassenheit in diesem Feuersee landen, wo Heulen und Zähneklappern sein wird. So jedenfalls die Aussagen der Bibel.

Allerdings gibt es einen Ausweg.
Als Jesus gekreuzigt wurde erlitt er nicht nur die körperlichen Qualen, die wir Menschen ihm zugefügt hatten, sondern er ertrug auch den gesamten Zorn Gottes, der eigentlich der Menschheit in ihrer Gesamtheit zugedacht war.
Deutlich wird dies in seinem Schrei am Kreuz: "Mein Gott, mein Gott. Warum hast Du mich verlassen"? Dann starb er.

Allerdings geschah dann dass wirklich Wunderbare an der ganze Sache. Am dritten Tag war er wieder auferstanden. Er nahm damit dem Tod seine Macht. Auch dem ewigen.
Und meinen Schuldbrief der bei Gott zur Bezahlung hinterlegt war, hat er auch gleich beglichen.

Als mir der Christ damals diese Geschichte berichtete, bin ich nochmal in mich gegangen. Und obwohl ich mich bis dahin für hinlänglich korrekt gehalten hatte, tauchte nun aus dieser Betrachtungsweise doch ein ziemlich großer Berg an Untaten auf. Hmmm... Was denn jetzt?
Da zeigte mir der Christ den Weg, indem er mir folgendes aus der Bibel vorlas:

"Denn die Sünde wird mit dem Tod bezahlt. Gott aber schenkt uns in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, unserem Herrn, ewiges Leben."

und

„…denn wenn du mit deinem Mund bekennst: «Jesus ist der Herr» und in deinem Herzen glaubst: «Gott hat ihn von den Toten auferweckt», so wirst du gerettet werden.“

Jesus ist der Weg (zu Gott), die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch ihn.

Ich musste das damals erstmal sacken lassen. Aber in den nächsten Tagen und Wochen wurde mir immer klarer was ich zu tun hatte.
Ich übergab mein Leben an Jesus. Er sollte ab nun die Regie in meinem Leben übernehmen. In einem stillen Gebet Daheim sagte ich ihm dies und ich bat auch um Vergebung für alles was mir damals einfiel und auch für die Sachen an die ich mich nicht mehr erinnerte.
Als ich dies dem Christen erzählte sagte der zu mir, dass nun im Himmel Party ist. Denn Gott und sein ganzes himmlisches Heer freuen sich über jeden einzelnen Sünder der umkehrt.
Nun war ich also ein Christ. Besiegelt von ganz oben.

Allerdings war ich noch lange nicht heilig und bin es auch heute nicht. Doch je mehr ich in der Bibel las, um so mehr erkannte ich, was ich alles falsch gemacht habe und mache. Und dies obwohl ich mich wirklich bemühe alles richtig zu machen. Aber dieses Problem hatte sogar Paulus schon...
Dann erinnere ich mich aber wieder daran, dass es auf mein eigenes Tun nicht ankommt. Die Begnadigung ist ein Geschenk Gottes. Es ist so perfekt, dass ein Mensch absolut nichts hinzufügen kann. Und man muss es annehmen wie ein Geschenk.
Das heißt jetzt natürlich nicht, dass ein Christ munter drauf los sündigen kann weil er ja eh unter der Gnade steht.
Bei mir ist es so, dass ich versuche alles halbwegs vernünftig über die Bühne zu bringen, weil ich Jesus unendlich dankbar bin. Ich mache es aus Liebe zu ihm und nicht weil mich ein Gesetz dazu verpflichtet.

Und das Beste ist, ich bin frei! Absolut frei von der Knechtschaft der Sünde!
Ich bin vom ewigen Tod errettet und habe nun das ewige Leben in Gemeinschaft mit Gott.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen nach dem Lesen dieser Zeilen geht. Aber vielleicht, haben auch Sie erkannt wie sehr Sie Jesus brauchen.
Falls dem so ist, können Sie ganz im Stillen dieses Gebet zu Jesus beten:
„Herr Jesus Christus, ich komme jetzt zu Dir, weil ich mein Leben mit Dir in Verbindung bringen möchte. Ich treffe bewusst eine Entscheidung für eine lebenslange Beziehung mit Dir. Ich vertraue Dir mein Leben an und bitte Dich, jetzt auf dem Thron meines Lebens Platz zu nehmen. Ich will nicht mehr ohne Dich, sondern mit Dir als meinem Herrn und Gott leben. Danke, Herr Jesus, dass Du mich liebst und annimmst.
Bitte vergib mir all die unguten Dinge (Sünden), die ich gedacht, gesagt oder getan habe und die mich von Dir getrennt haben. Reinige mich von aller Sünde und hilf mir, anders zu leben.“
(Nehmen Sie sich ruhig ein paar Minuten, um Jesus hier bewusst Dinge aus Ihrem Leben anzuvertrauen - tun Sie das möglichst konkret)
„Danke, dass Du für mich gestorben bist und mir dadurch jetzt auch vergibst. Du hast mir ein neues Leben geschenkt. Ich nehme diese Erlösung im Glauben an Dich als den Sohn Gottes an. Danke, dass Du mir damit den Weg zur Vergebung und zu einem neuen, erfüllten und auch ewigen Leben vorbereitet hast. Danke, dass ich von heute an Dein Kind sein darf.“¹
Und nun sind Sie dran.
Möge der Herr mit Ihnen sein.

André Hoek

¹Quelle

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