13. März 2025

Mein Blog ist umgezogen

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Dieser Blog bleibt als Archiv erhalten. Viel Spaß beim Stöbern!

10. April 2024

Die Vorteile eines unabhängigen Kfz-Gutachters - Ein Leitfaden für Unfallgeschädigte

Verkehrsunfall - Was nun?

KFZ Gutachter bei seiner Arbeit
Ein Unfall ist schnell passiert, und die darauffolgende Schadensregulierung kann oft eine Herausforderung darstellen. Die Auswahl eines Kfz Gutachters ist dabei ein entscheidender Schritt, der den Verlauf und das Ergebnis der Schadensregulierung erheblich beeinflussen kann. Während viele sich auf von der Versicherung vorgeschlagene Gutachter verlassen, bietet die Wahl eines unabhängigen Kfz-Gutachters zahlreiche Vorteile, die nicht übersehen werden sollten.

Die Bedeutung der Unabhängigkeit 

Ein unabhängiger Kfz Gutachter ist frei von jeglichen Verbindungen zu Versicherungsgesellschaften, was ihm erlaubt, eine objektive und unvoreingenommene Bewertung des Schadens vorzunehmen. Diese Unparteilichkeit ist von größter Bedeutung, da sie sicherstellt, dass die Schadensbewertung ausschließlich auf den tatsächlichen Gegebenheiten und nicht auf den finanziellen Interessen einer Versicherung basiert. Unabhängige Gutachter sind verpflichtet, ihre Bewertungen gewissenhaft und weisungsfrei zu erstellen, was zu einer gerechteren und genaueren Schadensregulierung führt. 

3. April 2024

Bluetooth-Kopfhörer: Der ultimative Guide für 2024

Bluetooth-Kopfhörer – Freiheit trifft auf Technologie 

Im digitalen Zeitalter sind Bluetooth-Kopfhörer mehr als nur ein Accessoire – sie sind ein Ausdruck von Freiheit und technologischer Innovation. Ob für die tägliche Pendelfahrt, beim Sport, für den audiophilen Genuss zu Hause oder einfach für den preisbewussten Verbraucher, die richtigen Bluetooth-Kopfhörer können das Hörerlebnis grundlegend verändern. Aber was macht ein gutes Paar Bluetooth-Kopfhörer aus? 

Dieser Guide bietet einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte, die verschiedene Zielgruppen – von Technikbegeisterten über Alltagsnutzer und Sportler bis hin zu Audiophilen und preisbewussten Käufern – bei der Auswahl berücksichtigen sollten. In diesem Artikel findest du alles, was du über Bluetooth-Kopfhörer wissen musst, einschließlich der neuesten Trends, technologischen Entwicklungen und Tipps zur Auswahl der perfekten Kopfhörer für deine Bedürfnisse. Wir beleuchten, warum Bluetooth-Kopfhörer in unserer heutigen mobilen Welt unverzichtbar geworden sind und welche Vielfalt an Optionen der Markt bietet, um sicherzustellen, dass jeder die idealen Kopfhörer für sein individuelles Hörerlebnis findet.

27. November 2023

Und täglich grüßt das Murmeltier...

Routinen haben für Autisten eine große Bedeutung
Wenn es auf unserem Planeten echte Gewohnheitstiere (RW)* gibt, dann sind es viele autistische Menschen. Hier mal ein paar Zeilen die beschreiben, wie sehr mich persönlich Abweichungen von meinen gewohnten Routinen, aus dem Gleichgewicht bringen können.

Seit Jahren frühstücke ich jeden Morgen exakt das Gleiche. Eine Schüssel Haferflocken mit Milch und Stevia und eine große Tasse Kaffee. Zumindest wenn ich Zuhause bin. Aber auch bin Hotels versuche ich meine Gewohnheiten aufrecht zu erhalten. Und es ist jedes Mal eine kleine Katastrophe für mich, wenn ich dann doch zu einem Brötchen greifen muss. Das bringt mich richtig ein bisschen durcheinander und fühlt sich "falsch" an. Falsch im Sinne von, irgendetwas ist nicht in Ordnung und das macht mir Unruhe. Oft trage ich diese Unruhe den ganzen Tag mit mir herum.
Auch bei der Kleidung ist es nicht anders. Seit Jahren trage ich ausschließlich weiße T-Shirts, Pullover oder Hemden. Hose und Schuhe sind immer schwarz. Erst in den letzten Monaten hat sich das bei mir geändert. Das liegt aber auch daran, dass aktuell mein gesamtes Leben im Umbruch ist und ich meine lieb gewonnenen Routinen und Gewohnheiten nicht aufrecht erhalten kann. Aber das kommt ganz sicher wieder. Schuhe und Jacken trage ich bis sie förmlich auseinander fallen und selbst dann fällt mir das Abschiednehmen sehr schwer. Wenn ich mal notgedrungen eine Hose in einer anderen Farbe anziehen muss, fühle ich mich darin den ganzen Tag sehr unwohl und sie gehört irgendwie nicht zu mir. Wohingegen meine schwarze Hose praktisch ein Teil von mir ist.

Wenn Ihr nicht alles lesen wollt, könnt Ihr den Artikel hier anhören

18. November 2023

Unter freiem Himmel - Das Buch

 

Ich weiß nicht, ob Ihr es wusstet, aber ich habe ein Buch über meine Zeit als Obdachloser geschrieben. Vor etwa zwei Jahren klingelte eines Tages mein Telefon. Am anderen Ende der Leitung war eine sehr freundliche Frau vom Riva-Verlag, die mich fragte, ob ich es mir vorstellen könne, ein Buch zu schreiben. Da so eine Gelegenheit nicht jeden Tag ins Haus flattert, habe ich spontan zugesagt.

Wer meinen Podcast kennt, weiß in groben Zügen schon über die Geschichte Bescheid. Das Buch ist nochmal wesentlich ausführlicher und erzählt auch Geschichten, die im Podcast nicht erwähnt werden.

Ich selbst kann das immer schlecht beurteilen, doch die Resonanzen, die ich von Lesern des Buches bekomme, sind durchweg positiv. Aber bildet Euch gern Eure eigene Meinung.

Bestellen könnt Ihr es hier, oder überall wo es Bücher gibt.

Liebe Grüße

André

14. Februar 2021

Warum ich doch weiter mache

Als am letzten Wochenende die Rummelsburger Bucht geräumt wurde, war das für mich persönlich wie ein Schlag in die Magengrube. Was mich gestört hat war nicht, dass die Obdachlosen ins Warme gebracht wurden, sondern die Art und Weise wie das geschehen war. Entgegen der offiziellen Verlautbarungen ohne jede Vorankündigung und zu einem Zeitpunkt (Freitagabend um 17.00 und aktiv gegen 00.00 in der Nacht) an dem jegliche Gegenwehr praktisch unmöglich war. Nach offizieller Darstellung sind die Leute die dort gelebt haben und welche die Fläche tatsächlich als ihr Zuhause betrachtet haben alle freiwillig und dankbar vom Platz gegangen und ein Teil habe das Angebot in Hostels zu gehen angenommen. Das dem nicht so war, könnt Ihr in dem unten stehenden Video sehen. Da haben sich die Betroffenen selbst zu der Räumung geäußert.


Auch das die Proteste gegen die Räumung als "zynisch" betrachtet wurden kann ich mir nur so erklären, dass der Sinn des Protests nicht verstanden wurde. Es ging nicht gegen die Unterbringung von Obdachlosen in Hostels (was wirklich sehr begrüßenswert ist), sondern gegen die Art und Weise wie die Rummelsburger Bucht geräumt wurde.

17. Januar 2021

Buchempfehlung - Der Sandler

Der Sandler
Ich habe längere Zeit als Obdachloser auf den Straßen Berlins gelebt. Mir ist es, als einer von wenigen, gelungen, den Weg zurück in ein normales Leben zu finden. Heute helfe ich Obdachlosen auf vielfältige Weise. 

Als Markus Ostermair mich bat mir sein Buch “Der Sandler” zum lesen schicken zu dürfen, hatte ich ganz ehrlich keine Lust dazu und sagte mehr aus Höflichkeit zu. Mein Verdacht war, dass wieder jemand, der mal einen oberflächlichen Blick auf Obdachlose geworfen hat, nun meint das Thema zu kennen und sich nun bemüssigt fühlt ein Buch darüber zu schreiben. 

Umso mehr war ich überrascht, als ich das erste Viertel des Buches gelesen hatte. Ich war aufgewühlt und ich fühlte mich nicht gut. Markus Ostermair war es auf diesen wenigen Seiten gelungen, dass ich mich wieder emotional als Obdachloser fühlte. Es war wie damals, als ich meine Tage in ewiger Tristesse, in ständiger Gefahr, alkoholabhängig, bitter arm und voller Ängste auf der Straße verbrachte. Die kleinen Erfolge und Fortschritte die man manchmal erreicht hatte, waren in ständiger Gefahr im nächsten Moment wieder verlustig zu gehen. 

Bei meinen Vorträgen über Obdachlosigkeit versuche ich ständig, genau diese Gemengelage von Gefühlen an meine Zuhörer zu vermitteln. Es ist mir, im Vergleich zu Markus Ostermair, immer nur sehr rudimentär gelungen. Und dies obwohl ich das Leben auf der Straße aus erster Hand kenne. Auch aus literarischer Sicht, ist dieses Buch extrem gut gelungen. 

Wer wissen möchte wie sich der Lebensalltag eines obdachlosen Menschen anfühlt, dem sei das Buch “Der Sandler” wärmstens anempfohlen. 

22. November 2020

Horst - Die unendliche Geschichte...

Horst vor ein paar Tagen vor
dem Berliner HBF

 ...oder das Totalversagen des Hilfesystems.

Ich hatte schon mehrfach über Horst berichtet. Meinen ersten Bericht findet Ihr hier. Damals wurde Horst in der Nacht von einer Gruppe Jugendlicher überfallen, zusammengeschlagen und ausgeraubt. 
Etwas später von der Berliner Stadtmission, aufgrund fehlender Kostenübernahmen aus einem Übergangshaus einfach wieder auf die Straße geworfen. Mein damaliger Bericht ist hier zu finden. Menschlichkeit und Verständnis ist dort wohl eher nicht zu finden. Trotz aller permanent propagierten, christlichen Werte.

Ich persönlich habe dort Gleiches erlebt.
Mitten im Winter wurde ich schwer krank und im Rollstuhl sitzend von Heute auf Morgen dort raus geworfen. Drei Tage später wäre ich am Hauptbahnhof fast erfroren. Als man mich fand, hatte ich nur noch 29°C Körpertemperatur!
Und es gibt sehr viele Berichte dieser Art. Das Verhalten dieser Leute ist also programmatisch und leider kein Einzelfall.

Und die Geschichte geht weiter.
Horst hat den Sommer auf der Straße verbracht und wurde in dieser Zeit lediglich durch andere Obdachlose unterstützt.
Gestern rief mich ein ehemaliger Obdachloser an und berichtete mir Folgendes.
Horst hat körperlich und psychisch extrem abgebaut. Zudem ist er vermutlich altersdement. Er braucht Hilfe, wenn er zur Toilette möchte und ist kaum noch in der Lage sich selbst bei nur einfachsten Dingen zu helfen.

5. April 2020

"Zehn Euro für jeden Obdachlosen" - Was meine Helferinnen dazu schreiben

Jenny und Nina
Gestern war ich mit Jenny und Nina Goos unterwegs um Eure Spenden an die obdachlosen Menschen in Berlin zu verteilen.
Wir hatte uns früh am Morgen getroffen, vorher Geld zusammen gelegt und dann 80 Brötchen mit jeweils Käse, Wurst und einem Salatblatt zu belegen. Zusätzlich haben wir noch Eier hart gekocht.
Gegen 11.00 Uhr machten wir uns auf dem Weg und übergaben den Obdachlosen einen Zehn-Euro-Schein, zwei lecker belegte Brötchen und ein hartgekochtes Ei.
Die Menschen da draußen haben sich unglaublich gefreut. Nach meinem Dafürhalten fast mehr über meine sehr charmanten Begleiterinnen als über die Spenden...:-)
Alles in Allem war es eine sehr gelungene Aktion.
Am Ende bat ich die Beiden mir einen Artikel über ihre Eindrücke zu schreiben. Hier nun ihre Berichte.

1. April 2020

Horst bekommt jetzt Hilfe!

Die neue ganztägig geöffnete Notunterkunft für Obdachlose
Vor ein paar Tagen hatte ich auf Facebook über Horst berichtet.
Uns beide verbindet eine längere Geschichte einen sehr schlimmen Teil dieser könnt Ihr hier nachlesen.

Hier nochmal in aller Kürze.
Horst hatte 66 Jahre lang ein ganz normales Leben. Er hatte als Garten- und Landschaftsbauer gearbeitet und ging mit 65 Jahren ganz normal in Altersrente. Als er 66 Jahre alt war, starb seine Frau.
Horst verfiel in tiefste Trauer und konnte sich aufgrund dieser nicht mehr um sein Leben kümmern. Er hörte auf seine Rechnungen zu bezahlen und es kam wie es kommen musste. Eines Tages stand sein Vermieter mit einem Räumungsurteil in der Tür und Horst wurde obdachlos.
Er hielt sich dann für etwa sechs Monate in Frankfurt/Oder auf und kam dann nach Berlin, wo wir uns kennen lernten.

Ein paar Wochen später wurde er in einer Nacht, als er unter einer Brücke in der Nähe des Hauptbahnhofs schlief, überfallen.  Den Link zu meinem Bericht von damals findet Ihr oben oder hier.
Ich leistete damals Nothilfe und brachte Horst übergangsweise in einer Notunterkunft unter. Es gab dann noch eine längere Odyssee, auch wieder mit Phasen der Obdachlosigkeit, bis er im Dezember 2018 in dem Obdachlosenwohnheim der Berliner Stadtmission in der Lehrter Straße unterkam.
Horst fühlte sich dort sehr wohl. Er hatte ein eigenes Zimmer, durch seine Rente Geld zum Leben und es ging ihm gut.

Bis es im Dezember letzten Jahres plötzlich eines Morgens an seiner Zimmertür klopfte. Als er öffnete offerierte ihm eine Sozialarbeiterin, dass sie nun nach einem Jahr Aufenthalt dort keine Kostenübernahme mehr für ihn bekommen könne. Er solle packen und die Einrichtung verlassen. Man war noch so nett, ihn in eine andere Einrichtung zu fahren. Allerdings konnte er dort nicht bleiben.
Er hätte den Aufenthalt dort komplett selbst bezahlen müssen (weil Rentner) und es wäre ihm von seiner Rente nichts mehr zum Leben geblieben. Zudem war die Toilette eine Etage tiefer und dieser Weg wäre ihm, aufgrund einer Gehbehinderung, zu beschwerlich beziehungsweise fast unmöglich gewesen.

28. März 2020

Helft mir bitte den Obdachlosen zu helfen

In den letzten Tagen erreichen mich immer mehr dringende Notrufe von Menschen die auf der Straße leben müssen. Es geht in sehr vielen dieser Nachrichten an mich um wirklich elementare Probleme. Sogar Hunger wird sehr häufig genannt!
Hinzu kommen verschiedene gesundheitliche Probleme und immer wieder höre ich von akutem Geldmangel.

Viele Hilfseinrichtungen für Obdachlose haben geschlossen oder sind im Notbetrieb. Hinzu kommt, dass immer weniger Menschen auf den Straßen und Plätzen unterwegs sind. Dies hat zur Folge, dass den obdachlosen Menschen auf der Straße die Einnahmen wegbrechen.
Wenn man sich bis Corona noch mit dem Verkauf der Obdachlosenzeitung, dem Flaschensammeln und dem Betteln wenigstens halbwegs über Wasser halten konnte, so reichen die Einnahmen im Moment sehr oft nicht mal dazu, sich satt zu essen. Davon sich mal ein Erkältungsmedikament aus der Apotheke zu holen, ist nicht mal im Traum zu denken.
Weil Obdachlose in der Regel keinerlei Rücklagen haben, hat sich die Situation innerhalb der wenigen Tage der aktuellen Kontaktsperre zu einem wirklichen Drama entwickelt.
Zu dem bereits erwähnten Hunger, kommen Erkältungskrankheiten und unendlich viele andere Probleme.

16. März 2020

Situation der Obdachlosen in Berlin entwickelt sich dramatisch

Heute wurde ich von einem jungen obdachlosen Pärchen angerufen, die meine Hilfe benötigten. Vordringlichster Wunsch war, eine Unterkunft zu finden und dann gab es noch einige andere Probleme zu lösen.
Wir verabredeten uns und ich ging davon aus ein paar Telefonate zu führen und dann, wie immer, eine Lösung für ihre Probleme zu haben.
Nach etwa einer Stunde telefonieren musste ich einsehen, dass ich die jungen Leute unverrichteter Dinge wegschicken musste.

14. Februar 2020

Wohnungsloser von Berliner Hilfseinrichtung zum Obdachlosen gemacht

Heute Morgen klingelte mein Telefon. Am andere Ende war ein junger Obdachloser, den ich noch aus meiner Zeit am Kältebahnhof Lichtenberg kenne.
Völlig aufgelöst berichtete er mir, dass ihm Knall auf Fall der Wohnheimplatz gekündigt wurde. Nachdem ich ihn etwas beruhigt hatte, erzählte er mir die ganze Geschichte.

Er war in dem Wohnheim der GEBEWO untergebracht. Die Einrichtung befindet sich in der Teupitzer Strasse und wird auch kurz "Die Teupe" genannt. Hier mal ein Link zum Imageflyer der Einrichtung. Sieht so weit alles ganz nett aus und auch die Beschreibung des Hilfeangebotes klingt sehr schön und wenn man das alles so liest, würde man dort am liebsten selbst gern einziehen.
Allerdings weiß ich seit längerer Zeit sowohl aus eigenem Erleben, als auch aus Berichten anderer Obdachloser, dass in diesen Einrichtungen nichts ist, wie es nach Außen scheint. So auch in der "Teupe".

Die Einrichtung ist mir seit längerem für ihre menschenunwürdigen Zustände und auch für ihren äußerst fragwürdigen Umgang mit den hilfebdürftigen Menschen bekannt.

2. Februar 2020

Podcast zum Thema Obdachlosigkeit

Im Dezember habe ich zusammen mit SCHØNLEIN MEDIA und nach einer Idee von Nayana Heuer einen Podcast zum Thema Obdachlosigkeit aus Sicht der Betroffenen produziert.
Insgesamt gibt es acht Folgen von etwa 30 Minuten Dauer.
In diesen erzähle ich meine Geschichte, aber auch viel allgemeines zum Thema.

Zu finden ist er auf Spotify, Deezer und allen Podcast-Plattformen sowie in Eurer Podcast-App.

Wenn Ihr wollt, hört mal rein. Hier der Link.

Lasst mir vielleicht noch einen Kommentar mit Euren Fragen oder Themen, die aus Eurer Sicht noch offen geblieben sind da. Dann können wir diese Fragen in weiteren Folgen erörtern.

André Hoek

29. Januar 2020

Meine Gedanken zur "Nacht der Solidarität"

Seit einigen Wochen und speziell in den letzten Tagen ist die geplante Zählung der Obdachlosen in Berlin, auch "Nacht der Solidarität" genannt, in aller Munde.
Was ich persönlich als grundsätzliche gute und hilfreiche Idee ansehe, ist in den letzten Tagen, zu meinem großen Erstaunen, in die Kritik geraten.
Da sind Stimmen zu vernehmen wie: "Tiere werden gezählt, Menschen muss geholfen werden" und ähnlich polemischer Unsinn.

Die Zählung dient genau diesem Zweck, nämlich den obdachlosen Menschen da draußen auf den Straßen zu helfen. Es geht nicht nur darum eine Zahl zu haben und dann weiter zu machen wie bisher.
Diese Zählung hat Modellcharakter und ist bisher einzigartig in ihrer Art in der gesamten Geschichte der Bundesrepublik. Und sie ist ein wichtiges politisches Instrument.

Seit unendlich vielen Jahren benutzt die Bundespolitik das Argument, das man ja nicht genau wisse, wie viele Obdachlose es tatsächlich gäbe, deshalb könne man auch keine konkreten Maßnahmen beschließen. Und genau dieses Argument soll ihr nun endlich mit dieser Zählung genommen werden. Zumal diese Zählung praktisch als Musterbeispiel für andere Städte in Deutschland dient.
Viele Verantwortliche aus anderen Städten sind in der kommenden Nacht mit in Berlin unterwegs um diese Zählung beobachten und später auch in ihren Städten durchzuführen.
Wenn alles wie geplant und gedacht läuft, gibt es in kurzer Zeit eine bundesweite Statistik, die man dann auch in der Politik einsetzen kann. Zum Beispiel um die Bundespolitik endlich zum Handeln zu bewegen. Bisher ist dies ausschließlich Sache der Länder und Kommunen.
Mit der Erhebung dieser Zahlen können Gelder beantragt und auch Gesetzesänderungen durchgesetzt werden. Alles Dinge, die den Obdachlosen langfristig helfen werden.

Es geht auch nicht darum Obdachlose wie Vieh zu zählen.
Die Zählung der Menschen wird mit dem allergrößtem Respekt durchgeführt. Niemand wird bloßgestellt, es werden keine Lagepläne erstellt um die Obdachlosen später zu räumen oder ähnlicher Unsinn. Wer sich nicht beteiligen möchte, wird auch nicht behelligt.

Es ist absolut richtig, dass den obdachlosen Menschen konkret geholfen werden muss. Sie brauchen Wohnraum und adäquate Unterstützung um wieder in ein geregeltes Leben zurück zu finden.
Wer mich kennt weiß, dass ich mich als ehemaliger Obdachloser seit Jahren immer wieder genau dafür einsetze.
Und aus genau diesem Grund befürworte ich diese Zählung absolut!

André Hoek

24. Dezember 2019

Drei Jahre

Das kleine Zelt hinter der Bank in
der Bildmitte, war meins.
Ich sitze gerade in meiner Wohnung und denke über mein Leben nach. Und ich kann überhaupt nicht begreifen, was in den letzten drei Jahren  alles passiert ist. Manchmal denke ich, ich bin in einem schönen Traum, der Wecker klingelt gleich und ich liege wieder in meinem Zelt an der Spree, gleich unterhalb des Bundestages.

Vor drei Jahren habe ich Weihnachten dort gefeiert. Gehunfähig, im Rollstuhl und schwer alkoholkrank. Erst sechs Wochen vorher aus einem mehrwöchigem Koma erwacht. Drei Monate später hatte ich mich aufgegeben und wäre fast gestorben.

Wir waren eine Gruppe von sechs Leuten. Ra., Ch., St., El., Jo. und ich. Es gab noch ein paar bulgarische Leute, die aber immer unter sich blieben.
Wir hatten Geld zusammengelegt und Ra. hatte Kartoffelsalat gemacht. Aber keinen fertigen!
Sondern er hat auf unserem Gaskocher Kartoffeln gekocht, wir haben sie alle zusammen gepellt und er hat am Abend vorher begonnen diesen nach einem Familienrezept für uns zuzubereiten. Insgesamt waren es acht Kilo. Fast ein Wassereimer voll.
Ich hatte Glück beim Schnorren und konnte 40 Wiener-Würstchen spendieren. Irgendeiner von uns hatte unterwegs noch einen verkrüppelten Weihnachtsbaum gefunden, den wohl irgendwer nicht mehr mochte. Er brachte ihn mit unter unsere Brücke. Wir dekorierten ihn mit Lametta, setzten ein paar Plüschtiere davor und holten aus unseren Zelten ein paar Grabkerzen, welche einige von uns als Heizung benutzten. Passanten die vorbei kamen machten Fotos davon.

30. Juni 2019

Wie kann man Obdachlosen helfen?

Bei meinen Vorträgen oder auf den Stadtführungen bei querstadtein werde ich oft gefragt, wie man Obdachlosen helfen kann.
Diese Frage möchte ich heute in einem Blogbeitrag beantworten.

Obdachlose benötigen Hilfen in vielfältiger Hinsicht. Dies reicht von Handreichungen, welche den Alltag auf der Straße erleichtern, bis hin zu Hilfen, die den Menschen draußen helfen wieder von der Straße wegzukommen. Das letztere Thema würde ich jedoch nochmal separat abhandeln, sonst wird dieser Artikel zu umfangreich.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass obdachlose Menschen so ziemlich alles benötigen, denn in der Regel haben die meisten wenig bis nichts.

28. Juni 2019

Obdachlosigkeit und Sucht

Obdachlosen gebe ich kein Geld! Die versaufen dass ja sowieso nur!

So und ähnlicher Form äußern sich viele Menschen, nachdem sie von einem obdachlosen Menschen um Geld gebeten wurden. Vor allem wenn dieser noch eine deutliche Alkoholfahne vor sich her getragen hat.
Zum einen ist dies für viele ein gutes Argument um Obdachlosen nichts zu geben und zum anderen trifft dies wirklich zu!
Ja, viele Obdachlose geben einen Teil ihres Geldes für Alkohol und zu einem geringeren Teil auch für andere Drogen aus.

Doch warum ist dies so?
Die einfachste, jedoch in den meisten Fällen nicht zutreffende, Antwort ist, dass Obdachlose wegen ihres Alkoholkonsums auf der Straße gelandet sind.
Aber, wie bereits angedeutet, trifft dies nicht auf alle zu. Natürlich gibt es den klassischen "Loosertyp". Keinen Schulabschluss, nie einen richtigen Beruf gelernt und schon in jungen Jahren mit diversen Suchtmitteln in Kontakt gekommen. Am Ende der klassischen Suchtkarriere steht dann natürlich die Obdachlosigkeit.
Doch viele obdachlose Menschen hatten vor ihrem tristen Dasein auf der Straße ein ganz normales Leben und sind erst draußen süchtig geworden.

9. Juni 2019

Wie geht es weiter mit mir?

Die letzten Wochen und Monate meines Lebens waren, wie fast immer, sehr aufregend.
Es sind wieder mal einige Stürme an mir vorbei und über mich hinweg gezogen. Doch solche Gewitter können sowohl Schaden anrichten, als auch sehr heilsam sein und eine Orientierung in eine neue Richtung möglich machen.
Der angerichtete Schaden beschränkte sich weitestgehend auf meine eigene Person, allerdings waren auch andere Menschen betroffen, bei diesen bitte ich um Entschuldigung und falls der Schaden wiedergutmachungswürdig ist, meldet euch bitte bei mir und gebt mir die Chance, mich wieder zu einem ehrlichen Menschen zu machen.

Ich musste in den letzten Wochen meine Pläne für die Zukunft ziemlich gravierend überdenken und auch ändern.
Bisher stand ich vielen Dingen, die im aktuellen Hilfesystem geschehen, ziemlich ablehnend gegenüber. Dies hat sich auch nicht verändert.
Doch statt wie bisher lediglich auf die Missstände hinzuweisen und gegen diese vorzugehen, habe ich beschlossen, es einfach besser zu machen. Ich habe verstanden, dass es nichts bringt, permanent nur anti zu sein. Ein solches Verhalten vergeudet zu viele Energien, zerstört Freundschaften und bringt die ganze Sache nicht einen Schritt nach vorn.

Ich habe ebenfalls verstanden, dass es für mich im Berliner Hilfesystem keinen Platz bzw keine Festanstellung geben wird.
Das meine fehlende Ausbildung zum Sozialarbeiter dabei ausschlaggebend ist, kann ich nur bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Da dies aber immer wieder genannt wird, muss ich dies akzeptieren.